Coaching

von / Friday, 06 November 2015 / Veröffentlicht inUncategorized

Liebe Freunde des Instituts,
der heutige Beitrag ist dem Thema Coaching gewidmet.
Der Begriff Coaching ist nicht gesetzlich geschützt sondern jeder darf sich als Coach nennen. Es ist wie in einem Dschungel nach einem essbaren Pilz zu suchen. Wer Hunger hat kann sich leicht mit irgendeinem Pilz vergiften, genauso ist es mit den Bedürftigen nach Beratung. Sie wissen meistens nicht wie sie einen selbsternannten jedoch inkompetenten Coach von einem kompetenten Berater unterscheiden können. Was zeichnet einen kompetenten Berater aus?
Es gibt fünf Kompetenzarten nach denen ein Coach beurteilt werden kann. Davon ist aber nur eine Kompetenzart eine notwendige Voraussetzung für gute Beratung und dies ist die „fachliche Kompetenz“. Um die fachliche Kompetenz zu definieren möchte ich zuerst die suspekten Kompetenzarten aufzählen.
Dazu gehören vor allem sogenannte esoterische Beratungsrichtungen (z. B. auf astrologischem Ansatz basierte Beratung, Handauflesen, Kartenlesen, Yi-Ging, Chanelling usw.).
Die zweite Gruppe von ineffizienten Kompetenzarten lässt sich aus den ineffizienten theoretischen Grundlagen ableiten. Manche dieser theoretischen Grundlagen mögen effizient als Therapeutische Ansätze sein und geeignet für Behandlungen gewisser Psychischer Störungen aber als Hilfe im Alltag ergeben sie sich eher als zeitraubend verglichen zu den Ansätzen die einen direkten pragmatischen Nutzen aufweisen. Dazu gehören alle auf der Psychoanalyse basierten Ansätze, NLP, Gesprächstherapie nach Rogers, einige Formen des kognitiven Ansatzes (ACT-Acceptance and Commitment Therapy, Multimodale Therapie nach Lazarus).
Der richtige Beratungsansatz sollte vor allem
1. verständlich
2. einfach und
3. wahrhaft sein.
„Verständlich“ in diesem Kontext bedeutet, das die zu lösenden Probleme durch den kognitiven Ansatz demjenigen so weit verdeutlicht werden das er begreift
1. wie das Problem entstanden ist
2. was hindert ihn oder sie daran, das Problem zu lösen
3. wie er/sie diese Blockade überwinden kann.
„Einfach“ als Begriff im kognitiven Kontext bezieht sich darauf, dass der Berater in der Lage ist das Problem „auf den Punkt zu bringen“. Mit anderen Worten der Berater sollte in der Lage sein das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und die Aufmerksamkeit des Klienten auf das Wesentliche zu richten.
Der Ausdruck „wahrhaft sein“ bezieht sich darauf dass der Berater auf jegliche Interpretation verzichtet und versucht die Probleminhalte auf die Fakten zurückzuführen, die sowohl dem Berater als auch dem Klienten als offensichtlich erscheinen.
Was sind neben der notwendigen Voraussetzung für einen guten Coach (fachliche Kompetenz) weitere Kompetenzarten, die ich als hinreichende Voraussetzungen bezeichne?
1. emotionale Kompetenz- besteht darin das der Coach die emotionale Lage des Klienten gut verstehen kann, ohne sich in den emotionalen Zustand des Klienten zu versetzen. Ein Coach bzw. ein Berater, der mit seinem Klienten mitleidet, hilft dem Klienten definitiv nicht sondern sich nur mit dem emotionalen Problem des Klienten belastet. Das Einfühlungsvermögen des Beraters ergibt sich als eine Blockade in der Beratung, obwohl viele Ansätze diese Fähigkeit als wünschenswert definieren.
2. Soziale Kompetenz weist darauf hin, dass der Berater seine Botschaften an den Klienten deutlich vermittelt und dass der Klient sie genauso versteht wie der Berater die Absicht hatte sie zu vermitteln.
3. Pragmatische Kompetenz- von diesem Standpunkt aus kann der Berater deutlich beurteilen, ob sein Ansatz für den Klienten nützlich ist.
4. Kognitive Kompetenz setzt voraus dass der Berater über ein ausreichendes Denkvermögen verfügt. Dies bedeutet dass der Berater die Probleme analytisch und synthetisch angehen kann, Denkprozesse wie Generalisierung und Abstrahierung anwenden kann und ist in der Lage deduktiv und induktiv zu denken. Wer nicht über diese Fähigkeiten verfügt ist nicht ausreichend geeignet für eine beratende Tätigkeit.

Hinweise für den Klienten:
Viele Klienten, die mich besucht haben, wollten wissen, wie sie bewerten können, ob das was ich mit ihnen in den beratenden Sitzungen machen werde, ihnen tatsächlich helfen wird. Darauf hin habe ich ihnen vorgeschlagen, mir die Fragen zu stellen, die allen Klienten verdeutlichen, ob der Ansatz den ich vertrete tatsächlich verständlich, elegant und wahrhaft ist.
Ich rate jedem Klienten den Berater zu fragen wie er bei seinem Problem vorgehen würde und ob er sich mit dem Problem sachlich auseinander setzten würde oder ob er sich auf den Klienten konzentrieren würde und sich um das Wohlfühlen des Klienten kümmern würde.
Wenn ein Berater dem Klienten sagt, dass der Klient sich auf Dauer wohlfühlen würde, wenn er sich von diesem Berater beraten ließe, dann ist der Ansatz ineffizient und stattet den Klienten nicht damit aus, wie er seine Probleme lösen kann. Ist der Berater daran interessiert das es dem Klienten auf Dauer gut geht, auch dann wenn es zu bedeuten hätte das der Klient sich kurzfristig nicht besonders wohl fühlt aber sich befähigt auf Dauer seine Probleme alleine zu lösen, dann kann der Klient diesem Berater vertrauen.

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